Zahnarztpraxis mit Riesenpotential in aufstrebender Stadt an der Nordseeküste

von Privat Betreut durch tape. GmbH
Allgemeine Zahnmedizin
Niedersachsen, 26***
Übernahme
Fläche 125 m²
Behandlungszimmer 3 BHZ
Umsatz ⌀ - 3 Jahre 506.000 €
Kaufpreis 50.000 € VHB
Praxistyp Einzelpraxis
Übergabe ab 01.12.2026

Beschreibung

In Wilhelmshaven steht eine seit 2002 etablierte Zahnarztpraxis zur kurzfristigen Übernahme. Der Standort verfügt über einen über viele Jahre gewachsenen Patientenstamm mit Paaren, Familien und mehreren Patientengenerationen. Viele Patienten werden bereits seit langer Zeit betreut; zugleich entwickelte sich die Nachfrage nach Angaben des Inhabers ohne klassische Werbung, eigene Website oder Social-Media-Präsenz.

Bemerkenswert ist die wirtschaftliche Leistung in Verbindung mit einem vergleichsweise überschaubaren zeitlichen Umfang. In den vergangenen beiden Jahren lag die gesamte Praxiszeit des Inhabers einschließlich Vor- und Nachbereitung bei rund 35 Stunden pro Woche, bei gleichzeitig etwa 35 Urlaubstagen im Jahr. Auch in den ersten drei Quartalen 2026 haben sich die wirtschaftlichen Kennzahlen nach Angaben des Inhabers gegenüber den Vorjahren nicht wesentlich verändert.

Für die Jahre 2023 bis 2025 weisen die vorliegenden Unterlagen jährliche Gesamteinnahmen von jeweils rund 514.900 Euro aus. Der Gewinn lag 2023 bei rund 158.300 Euro und 2024 sowie 2025 bei jeweils rund 156.300 Euro. Damit ergibt sich über diesen Zeitraum ein durchschnittlicher Gewinn von rund 157.000 Euro pro Jahr.

Ein wirtschaftlich interessanter Aspekt ist die vorhandene Privatstruktur. Im Fachgruppenvergleich für 2023 entfielen rund 57,6 % der Einnahmen auf den Privatbereich. Gleichzeitig wurde die Abrechnung nach Aussage des Abgebers bislang bewusst zurückhaltend gestaltet: zusätzliche Privatvereinbarungen beispielsweise bei Endodontie oder Kompositversorgungen sowie Honorarvereinbarungen oberhalb des 3,5-fachen GOZ-Satzes standen nicht im Mittelpunkt des bisherigen Praxiskonzepts. Für einen Nachfolger können sich daraus – ebenso wie aus einem zeitgemäßen digitalen Außenauftritt – zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben.

Die Praxis befindet sich auf rund 121 m² in der zweiten Etage eines Ärztehauses und verfügt über drei Behandlungszimmer. Sämtliche Praxisbereiche sind barrierefrei und rollstuhlgerecht erreichbar.

Der bisherige Mietvertrag wurde im Zuge der geplanten Abgabe bereits gekündigt. Nach Aussage des Inhabers ist der Vermieter ausdrücklich an einer erneuten Vermietung der Praxisräume interessiert und steht einer Fortführung am bisherigen Standort sehr positiv gegenüber. Die zukünftigen Mietkonditionen wären entsprechend direkt mit dem Vermieter zu vereinbaren.

Auch die vertragszahnärztliche Zulassung des bisherigen Inhabers wird zum 30. Oktober 2026 beendet. Für einen Nachfolger ist deshalb eine eigene Zulassung erforderlich. Eine kurzfristige Entscheidung ist erwünscht, da der Abgeber ansonsten mit der schrittweisen Auflösung der Praxis beginnen muss.

Ein weiterer Vorteil für einen Neustart: Für die vorhandene Praxisausstattung bestehen keine Leasingverpflichtungen mehr. Das Inventar ist vollständig bezahlt. Dadurch kann ein Nachfolger auf eine funktionsfähige technische Basis aufbauen und gleichzeitig Gestaltung, Leistungsangebot, Abrechnung und Außenauftritt nach eigenen Vorstellungen neu ausrichten.

Personal

Im Zuge der geplanten Praxisabgabe wurden die bestehenden Beschäftigungsverhältnisse bereits gekündigt. Ein Nachfolger übernimmt damit nicht automatisch die bisherige Personalstruktur, sondern kann das zukünftige Team entsprechend dem eigenen Praxiskonzept neu aufstellen.

Eine erfahrene Zahnmedizinische Fachassistentin (ZMF) ist aufgrund ihrer längeren Kündigungsfrist noch bis zum 30. April 2027 beschäftigt. Nach Einschätzung des Praxisinhabers bestehen gute Möglichkeiten, diese Mitarbeiterin für eine weitere Tätigkeit unter einem neuen Praxisinhaber zu gewinnen. Damit könnte bei entsprechendem beiderseitigem Interesse zumindest eine erfahrene Kraft und damit vorhandenes Praxiswissen erhalten bleiben.

Historisch verfügte der Standort über ein langjährig eingespieltes Team mit besonderen Kompetenzen in Prophylaxe, Individualprophylaxe, Abrechnung und chirurgischer Assistenz. Zwei Mitarbeiterinnen waren als ZMF qualifiziert; weitere Mitarbeiterinnen verfügten über ausgeprägte Tätigkeitsschwerpunkte innerhalb der Prophylaxe beziehungsweise chirurgischen Assistenz.

Für einen jungen Praxisübernehmer kann die aktuelle Situation gleichzeitig eine Chance darstellen: Arbeitszeiten, Zuständigkeiten, Prophylaxestruktur und Personalumfang können von Beginn an passend zum eigenen Behandlungskonzept aufgebaut werden.

Behandlung

Das bisherige medizinische Konzept umfasst nahezu das gesamte Spektrum der allgemeinen Zahnmedizin mit Ausnahme der Kieferorthopädie.

Schwerpunkte liegen in der Zahnerhaltung, Prophylaxe, Prothetik und zahnärztlichen Chirurgie. Aufgrund der Weiterbildung des bisherigen Inhabers zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie wurden zahlreiche ambulante chirurgische Eingriffe direkt innerhalb der Praxis durchgeführt. Bei komplexeren implantologischen Fällen besteht eine langjährig gewachsene Zusammenarbeit mit einer kieferchirurgischen Praxis vor Ort.

Zum bisherigen Leistungsangebot gehören insbesondere:

  • Allgemeine und ästhetische Zahnheilkunde
  • Zahnerhaltung und Füllungstherapie
  • Endodontie und Wurzelkanalbehandlungen
  • Prophylaxe und Individualprophylaxe
  • Parodontale Behandlungen
  • Prothetik und Zahnersatz
  • Implantatprothetik
  • Zahnärztliche Chirurgie
  • Alterszahnheilkunde
  • Betreuung von Schmerz- und Angstpatienten

Bei prothetischen Versorgungen reicht das bestehende Spektrum von der klassischen Regelversorgung bis zu ästhetisch anspruchsvollen Lösungen wie Vollkeramik, Teleskop- und Geschiebeversorgungen sowie implantatgetragenem Zahnersatz.

Ausstattung

Drei vollständig ausgestattete Behandlungszimmer ermöglichen einen unmittelbaren zahnärztlichen Praxisbetrieb. Vorhanden sind zwei KaVo 1058 Primus sowie eine jüngere KaVo 1058 Primus Life Behandlungseinheit aus dem Jahr 2021. Zum technischen Bestand gehören außerdem ein chirurgischer Motor von W&H sowie eine vollständig digitale Röntgeninfrastruktur.

In den vergangenen Jahren wurde nochmals gezielt in zentrale technische Bereiche investiert. 2025 kamen ein neuer Sterilisator und ein neuer Kompressor hinzu. Außerdem wurden sechs neue PCs mit Windows 11 angeschafft. Für die digitale Röntgendiagnostik stehen ein neuer Röntgensensor für Zahnfilme einschließlich aktueller Sidexis-Software sowie ein professioneller Röntgenmonitor mit Selbstvalidierung zur Verfügung.

Zum bestehenden Röntgenbereich gehört zudem ein digitales Großröntgengerät. Bereits im bisherigen Praxiskonzept waren ein Sirona Orthophos XG3 und ein Sirona Heliodent Plus dokumentiert.

Der Aufbereitungsbereich verfügt über Thermodesinfektion sowie die erforderliche Instrumentenpflege- und Sterilisationstechnik. Gerätebücher, Materiallisten sowie weitere praxisrelevante Dokumentationen wurden digital geführt; das Qualitätsmanagement basiert auf dem System der Zahnärztekammer Niedersachsen.

Bislang wurde Dampsoft als Praxisverwaltungssystem eingesetzt. Der bestehende Vertrag für Dampsoft und den eConnector wurde im Zuge der geplanten Abgabe gekündigt. Nach Einschätzung des Inhabers dürfte eine Fortführung beziehungsweise Neuvereinbarung bis Ende 2026 grundsätzlich verhandelbar sein. Ein Übernehmer kann alternativ von Beginn an ein eigenes digitales Praxiskonzept implementieren.

Der gepflegte Zustand der vorhandenen Ausstattung ermöglicht grundsätzlich einen direkten Behandlungsstart. Modernisierungen oder gestalterische Veränderungen können anschließend entsprechend den persönlichen Vorstellungen des neuen Praxisinhabers schrittweise umgesetzt werden.

Lage

Wilhelmshaven ist als Oberzentrum an der niedersächsischen Nordseeküste ein bedeutender Wirtschafts-, Marine- und Energiestandort. Die angebotene Zahnarztpraxis befindet sich in einem gewachsenen Wohngebiet im nördlichen Stadtgebiet und ist mit dem Auto sowie öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Ausreichende Parkmöglichkeiten stehen im Umfeld zur Verfügung; eine Bushaltestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Eine Besonderheit des Standortes ist die enge Verbindung zur Bundeswehr. Wilhelmshaven ist der größte Bundeswehrstandort Deutschlands; nach aktuellen Angaben der Stadt sind dort rund 9.000 Soldaten und zivile Beschäftigte der Bundeswehr tätig. Hinzu kommen deren Familien sowie zahlreiche Beschäftigte aus maritimen und bundeswehrnahen Wirtschaftsbereichen.

Parallel entwickelt sich Wilhelmshaven zu einem wichtigen Standort der deutschen Energie- und Logistikwirtschaft. Die Stadt bezeichnet sich als bedeutende Energiedrehscheibe Deutschlands und verfügt mit dem JadeWeserPort über Deutschlands einzigen Tiefwasser-Containerhafen. Projekte rund um LNG, Wasserstoff, erneuerbare Energien und Hafenlogistik stärken die langfristige wirtschaftliche Bedeutung des Standortes.

Auch für Praxisübernehmer mit Familie bietet Wilhelmshaven eine umfassende Infrastruktur. Vorhanden sind verschiedene Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien, eine integrierte Gesamtschule, berufsbildende Schulen und eine Fachhochschule. Zum Schuljahr 2026/27 wurde das Ganztagsangebot an den Grundschulen nochmals ausgebaut.

Für jüngere Familien steht darüber hinaus ein breites Angebot an Krippen, Kindergärten, Kindertagesstätten und Hortplätzen unterschiedlicher Träger zur Verfügung.

Der bestehende Patientenstamm kommt inzwischen aus dem gesamten Wilhelmshavener Stadtgebiet. Nach Angaben des bisherigen Inhabers war die Nachfrage über viele Jahre so hoch, dass für die Patientengewinnung weder Werbung noch Social Media erforderlich waren. Dies bietet einem Nachfolger eine interessante Ausgangslage: Ein etablierter Standort und vorhandene Patientenbeziehungen können mit einer zeitgemäßen Außendarstellung und einem eigenen Praxiskonzept verbunden werden.

Nach Einschätzung des Abgebers ist in Wilhelmshaven in den kommenden Jahren zudem mit weiteren altersbedingten Praxisaufgaben zu rechnen. Die von ihm genannte Größenordnung von rund 20 % würde ich im öffentlichen Inserat allerdings nicht als gesicherte Zahl nennen, da ich dafür keine belastbare aktuelle Quelle auf Stadtebene finden konnte. Die KZVN weist allgemein für Niedersachsen auf die Altersstruktur des Berufsstandes hin; bereits 2024 waren 44 % der Zahnärztinnen und Zahnärzte im Land mindestens 55 Jahre alt.